Armenia
Armenien/Aserbaidschan: Die SOS-Sozialarbeiter arbeiten mit Hochdruck

SOS-Programme laufen weiter - trotz Grenzkonflikt

Am 27. September brachen in Berg-Karabach Kämpfe zwischen armenischen und aserbaidschanischen Streitkräften aus. Beide Seiten berichten von militärischen und zivilen Opfern. Beide Länder haben das Kriegsrecht ausgerufen.

"Wir sind zutiefst besorgt um die Sicherheit und das Wohlergehen aller Kinder", sagt Tom Malvet, Internationaler Direktor der SOS-Kinderdörfer für die Region. "Im Moment sind alle Kinder aus den SOS-Kinderdörfern in Armenien (Kotayk und Ijevan) und Aserbaidschan (Baku und Ganja) in Sicherheit. Gemeinsam mit unseren Kollegen vor Ort beobachten wir die Situation genau. An allen Standorten wurden Sicherheitsprotokolle umgesetzt und Massnahmen ergriffen, um die Arbeit der Programme zu gewährleisten. Wir hoffen, dass beide Seiten auf Gewalt verzichten und Wege für eine Lösung durch Verhandlungen suchen".

SOS-Kinderdorf nimmt derzeit Kontakt zu den von uns unterstützten Familien auf, die in der Nähe der Kontaktlinie und in den Grenzgebieten leben.

"Die Kampffront ist 50-60 km von Ganja entfernt", sagt Rashad Hüseynov, Nationaler Direktor von SOS-Kinderdorf Aserbaidschan. "Bis zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir nichts über die Situation der Familien, die in Städten und Dörfern an der Grenze zum Gebiet Berg-Karabach angesiedelt sind. Unsere Mitarbeiter vor Ort arbeiten rund um die Uhr, um mit diesen Familien Kontakt aufzunehmen und sich über ihre Situation und ihre Bedürfnisse zu informieren.

"Zur Zeit ist die Situation in der nördlichen Tawusch-Region, in der Ijewan liegt, friedlich", sagt Spartak Sarkissjan, Nationaler Direktor der SOS-Kinderdörfer Armeniens. "Das Familienstärkungsprogramm in Ijevan arbeitet mit 300 Familien mit über 600 Kindern, die alle in der Grenzregion Tavusch leben. Unsere Sozialarbeiter stehen in direktem Kontakt mit allen Familien, während unsere Psychologen telefonische Beratung anbieten".

SOS-Kinderdorf ist seit 20 Jahren in Aserbaidschan und seit 30 Jahren in Armenien tätig und bietet gefährdeten Kindern und ihren Familien Betreuung und Unterstützung an.

Beitrag teilen