SOS-Kinderdorf Bobo-Dioulasso

SOS-Kinderdorf Bobo-Dioulasso (vormals SOS-Kinderdorf Dafra) ist in der zweitgr├Â├čten Stadt von Burkina Faso. Die Stadt ist aufgrund des anhaltenden Zustroms an Binnenfl├╝chtlingen in stetigem Wachstum begriffen. Die Infrastruktur sowie das Bildungs- und Gesundheitssystem der Stadt sind v├Âllig ├╝berlastet.

Binnenmigration und Kinderarbeit gef├Ąhrden die gesunde Entwicklung der Kinder

Dank SOS-Kinderdorf wachsen Kinder in einem liebevollen Zuhause auf (Foto: H. Osswald).

Das SOS-Kinderdorf in Dafra, einem Vorort von Bobo-Dioulasso im Westen von Burkina Faso, wurde aufgrund des Mangels an Betreuungseinrichtungen f├╝r Kinder ohne elterliche F├╝rsorge ins Leben gerufen. Die Familien in der Region leiden an einer Vielzahl von sozialen und wirtschaftlichen Problemen: hohen Armutsraten und HIV/AIDS, dem Mangel an Bildung, Gesundheitsversorgung und Sanit├Ąreinrichtungen sowie der daraus resultierenden Verbreitung ansteckender Krankheiten. Zahlreiche Kinder gef├Ąhrdeter Familien sind durch Krankheit vom Verlust der elterlichen F├╝rsorge bedroht. Im schlimmsten Fall werden Kinder verlassen, weil ihre Eltern nicht l├Ąnger f├╝r sie sorgen k├Ânnen.

Bobo-Dioulasso ist die zweitgr├Â├čte Stadt von Burkina Faso und aufgrund der Textilindustrie und der N├Ąhe zu den zentralen Handelsrouten ein bedeutendes Wirtschaftszentrum. Zahlreiche Binnenmigranten ziehen daher auf der Suche nach Besch├Ąftigungsm├Âglichkeiten in die Stadt. Das Leben in den kleinen l├Ąndlichen D├Ârfern kann sehr hart sein; besonders dramatisch ist der Wassermangel. Immer mehr unbegleitete kleine Jungen kommen auf der Suche nach Arbeit in die Stadt; h├Ąufig werden sie von ihren Eltern geschickt. Bereits zehn- oder elfj├Ąhrige M├Ądchen m├╝ssen sich bei wohlhabenden Familien als Hausangestellte verdingen. Meist verdienen sie weniger als f├╝nf US-Dollar pro Monat und sind v├Âllig schutzlos und ohne Unterst├╝tzung in einer fremden Stadt in h├Âchstem Ma├če von Gewalt und Missbrauch bedroht.

Die meisten dieser M├Ądchen erhalten keine Bildung. In einigen Landesteilen gehen bis zu 72 Prozent aller M├Ądchen zwischen sieben und 14 Jahren nicht zur Schule; in anderen Regionen k├Ânnen ├╝ber 95 Prozent weder lesen noch schreiben. In j├╝ngster Zeit k├Ąmpft Burkina Faso mit einer steigenden Zahl von Fl├╝chtlingen, vor allem aus den Nachbarl├Ąndern C├┤te d'Ivoire und Mali. Auch die Fl├╝chtlingskinder haben meist keine Chance auf Bildung.
 

Bildung f├╝r M├Ądchen, um sie vor zuk├╝nftiger Abh├Ąngigkeit zu bewahren

Das Stadtleben birgt f├╝r Kinder und junge Menschen auch andere Gefahren, darunter Drogen und Prostitution. Junge unbegleitete M├Ądchen werden h├Ąufig von ihren Arbeitgebern missbraucht oder Opfer der kommerziellen Sexindustrie. Meist haben sie keine Kenntnisse ├╝ber HIV/AIDS.

In der burkinischen Kultur sind die traditionellen Geschlechterrollen tief verwurzelt. Viele Frauen ohne eigenes Einkommen sind auf Geschenke und Geld von ihren Sexualpartnern angewiesen.
 

Unsere Arbeit im Bobo-Dioulasso

Ein sicheres Zuhause und eine liebevolle SOS-Mutter im Kinderdorf (Foto: H. Osswald)

SOS-Kinderdorf begann im Jahr 2004 mit der Unterst├╝tzung f├╝r gef├Ąhrdete Kinder in Bobo-Dioulasso.

Familien st├Ąrken: Das SOS-Sozialzentrum leitet ein Familienst├Ąrkungsprogramm f├╝r die lokale Bev├Âlkerung. Wir sorgen daf├╝r, dass Kinder Zugang zu Nahrung, Bildung, medizinischer Versorgung und Sozialleistungen erhalten und helfen Familien bei der Einkommensf├Ârderung und dem Ausbau der elterlichen Kompetenzen, damit sie besser f├╝r ihre Kinder sorgen k├Ânnen. Das SOS-Sozialzentrum bietet dar├╝ber hinaus Gesundheitsversorgung sowie Beratungen, psychologischen Beistand und Betreuung f├╝r Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind. Etwa 255 Menschen werden derzeit durch das Programm beg├╝nstigt.

Betreuung in Familien: Bis zu 120 Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen k├Ânnen, finden in SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Eltern f├╝rsorglich betreut.

Bildung: Die Kinder besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde. Sie k├Ânnen Freundschaften schlie├čen und sind daher bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. Bis zu 900 Sch├╝lerInnen werden in der Prim├Ąr- und Sekundarstufe der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule unterrichtet. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Bildungsangebot der Region.