SOS-Kinderdorf Antananarivo

Die anhaltende Expansion der Stadt belastet zunehmend die Infrastruktur und Sozialdienste, die ohnehin schon nicht ausreichen. Zahlreiche Familien finden keinen Weg aus der Armut. Die jüngere Generation braucht Bildung, Gesundheitsversorgung, ein sicheres Umfeld und Hoffnung für die Zukunft.

 

Durch städtische Armut sind Familien gefährdet 

Kinder, die nicht bei ihren Eltern leben können, finden bei SOS-Kinderdorf ein neues Zuhause (Foto: SOS-Archiv).

Das SOS-Kinderdorf Antananarivo liegt in Madagaskars Hauptstadt Antananarivo, die eine Bevölkerung von knapp zwei Millionen im Großstadtgebiet aufweist. Damit ist sie die größte Stadt der Insel. Die SOS-Familien leben in verschiedenen Stadtvierteln mit anderen Familien zusammen und sind gut in das Gemeindeleben integriert.

Armut und Kinderarbeit sind weit verbreitet, vor allem in der Hauptstadt. Zahlreiche Jungen und Mädchen kommen auf der Suche nach Arbeit aus ländlichen Gebieten nach Antananarivo. Viele Mädchen müssen als Hausangestellte arbeiten. Weit weg von ihren Familien sind sie extrem gefährdet, Opfer von Missbrauch und Ausbeutung zu werden und haben häufig niemanden, den sie um Hilfe bitten können.

Der Anstieg der Kinderarbeit bedeutet auch, dass immer mehr Kinder und junge Menschen keine Bildung erhalten, wodurch sie kaum Chancen haben, dem Teufelskreis der Armut zu entkommen. Die dringenden Bedürfnisse der Familie sind jedoch häufig wichtiger als langfristige Hoffnungen und Träume für ihre Kinder: wenn Eltern Schwierigkeiten haben, genügend Essen auf den Tisch zu bringen, rückt Bildung in den Hintergrund. Die gefährlichen Arbeitsbedingungen und ihre Folgen für die Gesundheit der Kinder stellen ebenfalls ein Risiko dar. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Familien keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung haben.

Die Lebensbedingungen in der Hauptstadt sind für Tausende Familien extrem hart: viele von ihnen leben in Slums; ihre Behausungen sind baufällige Hütten ohne fließendes Wasser oder Strom und liegen direkt neben offenen Abwasserkanälen. Für Kinder und junge Erwachsene sieht die Zukunft häufig sehr düster aus.
 

Die lokale Gemeinde braucht Unterstützung

Das SOS-Kinderdorf-Sozialzentrum in Antananarivo bietet Unterstützung für die lokale Gemeinde und versucht, Familien zu befähigen, ihre Lage langfristig zu verbessern. Wir bieten eine Tagesbetreuung für Kinder, deren Eltern arbeiten, und organisieren Workshops für Tischlerarbeiten und Nähkurse. Wir beraten Eltern über Möglichkeiten zur Schaffung von Einkommen, damit ihre Kinder nicht arbeiten müssen und in einem stabilen und sicheren Zuhause aufwachsen können.
 

Ein Blick ins Familienleben: zwei junge Frauen in unserer Betreuung beim gemeinsamen Kochen (Foto: SOS-Archiv).

Unsere Arbeit in Antananarivo

SOS-Kinderdorf ist seit 1997 in Antananarivo tätig.

Betreuung von Kindern, die nicht bei ihren Familien leben können: Kindern aus der Region, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, bieten SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. In jeder Familie wachsen die Kinder gemeinsam mit ihren Geschwistern auf und werden von ihrem SOS-Elternteil fürsorglich betreut. Sie leben in verschiedenen Stadtvierteln neben Familien aus der Gemeinde und besuchen die nahegelegenen Schulen.

Stärkung von Familien: Im Sozialzentrum in Antananarivo bieten wir darüber hinaus Familien, die vom Zerfall bedroht sind, psychologischen und praktischen Beistand. Wir befähigen sie, ihre Kinder wirksam zu schützen und zu betreuen, und versuchen dadurch die Trennung der Kinder von ihren Eltern zu vermeiden.

Unterstützung für junge Menschen: SOS-Kinderdorf unterstützt auch junge Menschen, bis sie erwachsen sind. Wir sorgen dafür, dass sie Zugang zu schulischer und beruflicher Bildung erhalten und bieten ihnen eine Unterkunft, bis sie ein unabhängiges Leben führen können. Die jungen Menschen leben gemeinsam in Wohngruppen und werden von SOS-Pädagogen betreut, die ihnen mit Anleitungen und Hilfestellungen zur Seite stehen.