SOS-Kinderdorf Tsumeb

In dieser Bergbaustadt im Norden Namibias leidet die gesamte Bev├Âlkerung an Umweltproblemen, dem Mangel an Wohnraum und Infrastruktur und den h├Ąufigen schweren ├ťberflutungen durch die nahegelegenen Fl├╝sse. Die ├ärmsten der Bev├Âlkerung k├Ânnen ihre Kinder h├Ąufig nicht ausreichend versorgen.

Mangel an Infrastruktur f├╝r eine wachsende Bev├Âlkerung


Sportfest im Dorf: Die Kinder machen eine Pause und genie├čen etwas zu essen (Foto: SOS-Archiv). 
Die Kleinstadt Tsumeb liegt im Norden von Namibia in der Region Oshikoto und hat gesch├Ątzte 16 000 Einwohner. Tsumeb war lange Zeit eine Bergbaustadt mit gro├čen Kupfer-, Zink- und Germaniumvorkommen. Die gr├Â├čte Mine wurde jedoch 1998 geschlossen; zahlreiche Menschen verloren ihre Arbeit. Heute gibt es in der Region eine gro├če Zementfabrik und viele kommerzielle landwirtschaftliche Betriebe, die Zitrusfr├╝chte, Mais und Getreide anbauen. Auf der Suche nach Arbeit in der Kupferh├╝tte ziehen auch heute noch viele Binnenmigranten nach Tsumeb. Daher geh├Âren der Mangel an Besch├Ąftigung und Wohnraum zu den gr├Â├čten Problemen der Stadt.
Der Gro├čteil der Bev├Âlkerung lebt unter prek├Ąren Umst├Ąnden. Bis 2012 gab es f├╝r die Bewohner von Soweto, dem gr├Â├čten Township von Tsumeb, nur zwei ├Âffentliche Toilettenanlage – es gab lange Schlangen, und Frauen und Kinder waren besonders nachts vielen Risiken ausgesetzt. Die Gemeindeverwaltung hat dann weitere 145 Toiletten errichtet. Aber Soweto w├Ąchst immer weiter, die Abwasserkan├Ąle sind h├Ąufig ├╝berlastet und verstopft. Im Jahr 2010 wurden 350 einkommensschwache Haushalte in eines neues Wohngebiet namens Kuvukiland umgesiedelt, aber das Gebiet ist seither zu einem Slum mit illegalen Siedlungen herangewachsen; es gibt weder flie├čendes Wasser noch Strom oder sanit├Ąre Einrichtungen. Die Bewohner k├Ânnen sich keine legale Wohnung leisten, und der Stadtrat kann nur wenig f├╝r Siedler tun, die das Land illegal besetzt haben.

Eine sichere und gl├╝ckliche Kindheit ist in Tsumeb eine Seltenheit

Die prek├Ąren sozio├Âkonomischen Bedingungen haben zu Spannungen in der Bev├Âlkerung gef├╝hrt: in der Region gibt es einen besorgniserregenden Anstieg an Gewalt besonders gegen Frauen zu verzeichnen. Kuvukiland liegt sehr nahe an der Kupferh├╝tte, wodurch die Bewohner zahlreichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind. Im Jahr 2011 waren die Schadstoffemissionen so hoch, dass der Bev├Âlkerung geraten wurde, im Umkreis von sechs Kilometern von der H├╝tte keine Pflanzen oder Fr├╝chte anzubauen. Dar├╝ber hinaus wird die Region immer wieder von zunehmend schweren ├ťberflutungen heimgesucht. Das Wasser besch├Ądigt Geb├Ąude und Stra├čen und hat verheerende Folgen f├╝r die Nahrungsmittelproduktion.

Gef├Ąhrdete Kinder leiden am meisten unter diesen prek├Ąren Umst├Ąnden: sie hungern, werden vernachl├Ąssigt oder von ihren Eltern verlassen. Kinder ohne Geburtsurkunde, mit Behinderungen, Lernschwierigkeiten und aus armen Familien, die sich den Schulbesuch nicht leisten k├Ânnen, erhalten h├Ąufig keine angemessene Bildung.

Unsere Arbeit in Tsumeb


Freunde machen eine Pause beim Fu├čballspielen (Foto: SOS-Archiv).
SOS-Kinderdorf begann seine Unterst├╝tzung f├╝r gef├Ąhrdete Kinder in Tsumeb im Jahr 1997. Heute leiten unsere Sozialzentren ein Familienst├Ąrkungsprogramm, um die Not der Gemeinde zu lindern. Das SOS-Sozialzentrum unterst├╝tzt Familien aus der Gemeinde, damit ihre Kinder Nahrung, Kleidung und eine Unterkunft erhalten, zur Schule gehen und dem Unterricht folgen k├Ânnen und bietet dar├╝ber hinaus medizinische Versorgung, Beratungen und psychologischen Beistand sowie Unterst├╝tzung f├╝r Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind.

Bis zu 100 Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen k├Ânnen, finden in zehn SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-M├╝ttern f├╝rsorglich betreut. Die Kinder aus den SOS-Familien besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit Kindern aus der Gemeinde, schlie├čen Freundschaften und sind daher bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren m├Âchten, k├Ânnen in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Mit der Unterst├╝tzung qualifizierter Fachkr├Ąfte k├Ânnen sie ihre Zukunft planen, Verantwortung zu ├╝bernehmen lernen und sich auf ein Leben in Selbst├Ąndigkeit vorbereiten