SOS-Kinderdorf Bulawayo

Die zweitgr├Â├čte Stadt von Simbabwe war lange eine Hochburg der politischen Opposition des Landes. Die Lebensbedingungen der lokalen Bev├Âlkerung haben sich zunehmend verschlechtert, die Armuts- und Arbeitslosenraten haben einen H├Âchststand erreicht.

Armut und Mangel an Chancen


Schwestern „kochen“ zusammen (Foto: S. Kitshoff)

Bulawayo ist mit mehr als 653 000 Einwohnern die zweitgr├Â├čte Stadt von Simbabwe. Sie ist Hauptstadt der Region Matabeleland North im S├╝dwesten des Landes und hat zugleich einen eigenen Provinzstatus. Bulawayo ist ein wichtiges Industrie- und Handelszentrum, wurde aber durch die Wirtschaftskrise des Landes schwer in Mitleidenschaft gezogen. In j├╝ngster Zeit sind knapp 100 Betriebe geschlossen worden, wodurch die Arbeitslosigkeit weiter gestiegen ist. Zahlreiche Unternehmen sind in die Hauptstadt Harare gezogen.

Die Wirtschaftskrise hat in den letzten Jahren zu einem weiteren Anstieg der Armut gef├╝hrt. Einigen Sch├Ątzungen zufolge liegt die Arbeitslosenrate bei 80 Prozent und die Armutsrate bei 60 Prozent. Die Infrastruktur und Sozialleistungen der Region sind unterfinanziert. Viele arme Familien sind auf sich alleine gestellt und erhalten keine Unterst├╝tzung zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen. Kinder leiden in besonderem Ausma├č an den prek├Ąren Umst├Ąnden. Viele von ihnen haben keine Chance auf Bildung, weil sie arbeiten und zum Haushaltseinkommen beitragen m├╝ssen. Manche suchen auf den M├╝llhalden am Stadtrand nach wiederverwertbaren Abf├Ąllen. Dadurch sind sie zahlreichen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Manchmal leben ganze Familien in Baracken in der N├Ąhe von M├╝llhalden und versuchen, durch den Verkauf von Abf├Ąllen etwas Geld zum ├ťberleben aufzutreiben.

Viele Menschen leiden unter prek├Ąren hygienischen Verh├Ąltnissen

Die Bev├Âlkerung von Bulawayo leidet unter dem Mangel an sauberem Trinkwasser. Durch die langen Jahre der D├╝rre, die Folgen der Wirtschaftskrise und der HIV/AIDS-Pandemie sind zahlreiche Familien extrem gef├Ąhrdet. Viele Bewohner der Region m├╝ssen mindestens zweimal t├Ąglich mehrere Kilometer zur├╝cklegen, um sauberes Wasser zu holen. Kranke und Schwache k├Ânnen diese Entfernungen meist nicht bew├Ąltigen und trinken verunreinigtes Wasser, wodurch sich durch Wasser ├╝bertragbare Krankheiten vor allem unter Kindern weiter ausbreiten. Die sanit├Ąren Verh├Ąltnisse sind ├Ąu├čert schlecht, da viele Menschen aufgrund des Wassermangels ihre Latrinen nicht benutzen k├Ânnen. Durchfall und Cholera sind weit verbreitet. Es besteht dringender Bedarf an sicherem und sauberem Trinkwasser sowie an Aufkl├Ąrung ├╝ber eine gute Hygienepraxis. Zahlreiche Familien haben aufgrund der hohen Transportkosten zum n├Ąchstgelegenen Krankenhaus keinen Zugang zu medizinischer Versorgung.

Unsere Arbeit in Bulawayo


Ein Junge mit seiner SOS-Mutter (Foto: S. Kitshoff)
 

Das SOS-Kinderdorf Bulawayo wurde im Jahr 1995 er├Âffnet.

Familienst├Ąrkungsprogramm: In j├╝ngster Zeit haben wir unser Familienst├Ąrkungsprogramm in der Region weiter ausgebaut, um so viele notleidende Menschen wie m├Âglich zu erreichen. Wir versuchen Familien vor der Zerr├╝ttung zu bewahren, damit Kinder sicher und beh├╝tet in einem liebevollen Zuhause aufwachsen k├Ânnen. Unsere SOS-Sozialzentren sichern Kindern den Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung. Wir unterst├╝tzen Familien bei der Einkommensf├Ârderung und dem Ausbau der elterlichen Kompetenzen und bieten im Bedarfsfall Beratungen und psychologischen Beistand.

Unsere besondere Unterst├╝tzung gilt Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind. In Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen setzen wir uns f├╝r die St├Ąrkung gemeindebasierter Unterst├╝tzungssysteme f├╝r notleidende Familien ein.

Betreuung in SOS-Familien: Bis zu 180 Kinder aus der Region, die nicht l├Ąnger bei ihren Eltern leben k├Ânnen, finden in SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Eltern f├╝rsorglich betreut.

Bildung: Die Kinder besuchen den SOS-Kindergarten in Bulawayo zusammen mit den Kindern aus der Nachbarschaft und sind dadurch bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. In der SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule werden etwa 760 Sch├╝lerInnen aus der Region unterrichtet.

Unterst├╝tzung f├╝r junge Menschen: Wir bieten jungen Menschen Unterst├╝tzung, bis sie in der Lage sind, ein selbst├Ąndiges Leben zu f├╝hren. Wir unterst├╝tzen sie beim Zugang zu Weiterbildung und Berufsausbildung, damit sie die erforderlichen F├Ąhigkeiten haben, um Arbeit zu finden.