1949 wurde in Imst der Grundstein für die SOS-Erfolgsgeschichte gelegt. Herman Gmeiner war der Meinung, dass Kriegswaisen, welche schon mit den Kriegserfahrungen und dem Verlust ihrer Eltern klarkommen mussten, doch besser in einer Dorfgemeinschaft, mit einer Dorfmutter und ihren leiblichen Geschwistern aufwachsen sollten. So legte er im April 1949 den Grundstein für das erste Kinderdorf Haus. Es entstand ein kleines Dorf, oberhalb von Imst, mit insgesamt 21 Häusern.
56 Kinder finden ein neues Daheim

Zu Besuch im ersten SOS-Kinderdorf Imst

1949 wurde in Imst der Grundstein für die SOS-Erfolgsgeschichte gelegt.

Herman Gmeiner, ein Medizinstudent, sah das Leid und die Not der Kriegswaisen, welche, nach Mädchen und Buben getrennt, in sogenannten «Erziehungsanstalten» untergebracht wurden. Er war der Meinung, dass diese Kinder, welche schon mit den Kriegserfahrungen
und dem Verlust ihrer Eltern klarkommen mussten, doch besser in einer Dorfgemeinschaft,
mit einer Dorfmutter und ihren leiblichen Geschwistern aufwachsen sollten.

So legte er im April 1949 den Grundstein für das erste Kinderdorf Haus. Es entstand ein kleines Dorf, oberhalb von Imst, mit insgesamt 21 Häusern.

Nach 70 Jahren wurden dringende Neubauten notwendig, es wurden darum vier baufällige Häuser abgerissen und stattdessen zwei grössere Häuser für je 9 Kinder gebaut.

Wir haben uns mit Raffaela und Viktor, zwei jungen, sehr motivierten Sozialpädagogen
unterhalten. Sie sind zuständig für die Kinder in einer der Neubauten. Ihr Team
kümmert sich 24/7 um diese 9 Kinder zwischen 7-15 Jahren.

Das von Hermann Gmeiner 1949 gebaute erste Haus

Liebe Raffaela, lieber Viktor, wie sieht euer Alltag hier im SOS-Kinderdorf aus?

Raffaela: Wir sind im Team für die Kinder zuständig und es ist immer jemand hier, 365 Tage im Jahr. Wir pflegen einen «normalen» Alltag, versuchen den Kindern Struktur zu geben und kümmern uns um alles, was auch Eltern für ihre Kinder machen würden. Wir kochen und essen zusammen, spielen, helfen bei den Hausaufgaben, gehen im Winter schlitteln oder basteln etwas.  Viele Kinder kennen aus ihrer Vergangenheit keine solche Strukturen, diese sind sehr wichtig für sie, diese geben ihnen Sicherheit.

Wir haben auch eine Katze und Hühner, die Kinder sind abwechslungsweise für das Ausmisten des  Hühnerstalls und Eierholen zuständig. Das macht ihnen riesig Spass. Sie freuen sich, eine Aufgabe zu haben.

Warum kommen diese Kinder ins SOS-Kinderdorf?

Viktor: Wir nehmen Kinder auf, welche aus Gründen wie Vernachlässigung, körperlicher
oder sexueller Gewalt, Drogenabhängigkeit oder Überforderung der Eltern nicht mehr daheim wohnen können. Die Kinder werden uns vom Sozialamt zugeteilt, meist ist die Lage schon sehr ernst, wenn ein Kind ins SOS-Kinderdorf gebracht wird. Es geht darum, diese Kinder zu schützen, ihnen Halt, Wärme und ein Daheim zu geben. Sie sollen eine Kindheit haben, die diesen Namen auch verdient.

Haben diese Kinder Kontakt zu ihren leiblichen Eltern?

Raffaela: Die Kinder wünschen sich oft sehnlich, wieder bei Mama und Papa wohnen zu können, egal was daheim – meist währen Jahren – vorgefallen ist. Deshalb ist es enorm wichtig, mit der Herkunftsfamilie in ständigem Kontakt zu sein. Je nach Vorgeschichte und Umständen können die Eltern ihre Kinder auch besuchen oder umgekehrt. Oberstes Gebot ist aber, diese Kinder vor weiteren Misshandlungen zu schützen.

Ziel ist es, mit den Eltern Lösungen zu finden und mit ihnen zu arbeiten, so dass sie irgendwann wieder in der Lage sind, sich um die Kinder zu kümmern. Dies gelingt uns oft, manchmal ist das aber leider nicht möglich.

Wie lange sind die Kinder im SOS-Kinderdorf?

Viktor: Es gibt Kinder, die sind als Baby hergekommen und bleiben wohl hier, bis sie erwachsen sind. Andere Kinder sind während 3-4 Jahren hier. Es kommt immer auf die individuellen familiären Umstände an.

Für die Jugendlichen ab 18 haben wir im Neubau hier eine Einzimmerwohnung integriert, so können sie die ersten Schritte in die Unabhängigkeit machen, trotzdem sind wir immer zur Stelle, wie es die Eltern auch wären.

Was ist eure grösste Herausforderung?

Raffaela: Auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Jedes Kind ist anders, jedes braucht etwas anderes. Dies zu erkennen ist oft nicht ganz einfach.


Und was ist eure grösste Freude?

Viktor: Zu sehen, wie ein Kind aufblüht, wie es wieder lachen und spielen kann.

Raffaela: Ja, das schönste ist zu sehen, wie Kinder Vertrauen zu uns fassen und wieder ganz Kind sein können.

Für den Neubau der zwei Häuser wurde ein Kredit aufgenommen. Dank zahlreichen Spenderinnen und Spendern konnten die knapp 3 Mio. EUR fast gedeckt werden. Es fehlen noch EUR 100'000, um die Baukosten ganz tragen zu können.

Möchten auch Sie einen Beitrag leisten, freuen wir uns über Ihre Spende!

Die Küche ist der zentrale Treffpunkt für die 9 Kinder, welche hier im Haus wohnen
Spielplatz im SOS-Kinderdorf Imst
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