Nothilfe nach der Flutkatastrophe in Nepal
Am 26. August 2026 traf eine verheerende Sturzflut die nepalesischen Distrikte Rasuwa, Nuwakot und Dhading. Gewaltige Wassermassen zerstörten Häuser, Strassen, Brücken, Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Mehr als 1'450 Menschen verloren ihr Leben, mehrere Tausend gelten als vermisst. Rund 1,6 Millionen Menschen sind von der Katastrophe betroffen, darunter 17'000 Kinder.
Besonders für Kinder ist die Situation dramatisch. Viele haben ihr Zuhause verloren, können nicht mehr zur Schule gehen oder wurden von ihren Familien getrennt. Mindestens 107 Kinder sind möglicherweise ohne ihre Eltern oder Bezugspersonen. Sie sind besonders gefährdet, Opfer von Vernachlässigung, Ausbeutung oder Menschenhandel zu werden. Gleichzeitig fehlt es vielerorts an sauberem Trinkwasser, Nahrung und sicheren Unterkünften.
SOS-Kinderdorf ist in Nepal seit vielen Jahren tätig und verfügt in der betroffenen Provinz Bagmati über vier SOS-Kinderdörfer und vier Jugendeinrichtungen. Da diese von der Flut verschont blieben, konnte die Organisation rasch Hilfe organisieren. Gemeinsam mit lokalen Behörden und Partnerorganisationen unterstützt SOS-Kinderdorf besonders gefährdete Kinder und Familien. Im Mittelpunkt stehen ihr Schutz, die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern und die Rückkehr in einen möglichst sicheren Alltag.
Die Hilfsmassnahmen umfassen:
Identifizierung und Betreuung unbegleiteter und von ihren Familien getrennter Kinder
Suche nach Angehörigen und Zusammenführung getrennter Familien
Einrichtung kinderfreundlicher Räume mit Mahlzeiten, Spiel- und Betreuungsangeboten
Psychologische Erste Hilfe und psychosoziale Unterstützung für Kinder und Familien
Verteilung von Lebensmitteln, Decken, Schlafmatten, Küchensets und weiteren Hilfsgütern
Ernährungshilfe für Kleinkinder, Schwangere und stillende Mütter
Bereitstellung von Hygienesets, Toiletten und Handwaschstationen
Finanzielle Unterstützung durch gezielte Bargeld- und Gutscheinhilfe
Einrichtung temporärer Lernzentren und Verteilung von Schulmaterial und Winterkleidung
Unterstützung beim Wiederaufbau der Lebensgrundlagen durch landwirtschaftliche Hilfsmittel, Berufsausbildung und Einkommensmöglichkeiten
Stärkung der Katastrophenvorsorge und Frühwarnsysteme in den betroffenen Gemeinden
Das Nothilfeprogramm läuft von September 2026 bis Februar 2028. Neben der unmittelbaren Versorgung geht es darum, Kindern wieder Sicherheit und Zugang zu Bildung zu ermöglichen und Familien dabei zu unterstützen, sich nach der Katastrophe eine neue Lebensgrundlage aufzubauen.
