
Erdbeben-Nothilfe in Venezuela
Besonders betroffen sind sieben Bundesstaaten mit massiven Schäden an Wohnhäusern, Krankenhäusern, Schulen und Versorgungssystemen. Es gibt bislang mindestens 3'300 Todesopfer, mehr als 11'000 Verletzte und fast 13'000 Vertriebene. Über 2'500 Infrastruktureinrichtungen wurden beschädigt, auch der internationale Flughafen und ein wichtiger Seehafen bei Caracas, was Hilfslieferungen erschwert.
Rund 1,8 Millionen Menschen, darunter 680'000 Kinder, benötigen sofort humanitäre Hilfe, insgesamt sind 6,8 Millionen Menschen gefährdet. Besonders Kinder sind hohen Risiken ausgesetzt: Schutzstrukturen wurden zerstört, Kinder erfahren Gewalt, Vernachlässigung und psychische Belastungen. Viele von ihnen sind von ihrer Familie getrennt. Die bereits vorher angespannte humanitäre Lage in Venezuela wird durch die Katastrophe zusätzlich verschärft.
SOS-Kinderdorf ist seit 1978 in Venezuela aktiv und betreibt drei SOS-Kinderdörfer mit Kindertagesstätten, Jugendwohneinrichtungen und Familienhilfe sowie zwei Familienstärkungsprogramme in Caracas. Über diese Angebote erreichen sie regelmässig rund 2'000 Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Dank der engen Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Partnerorganisationen sowie ihrer Präsenz in wichtigen Regionen konnten die SOS-Kinderdörfer Venezuela auch in komplexen Krisenzeiten schnell und wirksam Hilfe leisten.
Die Hilfsmassnahmen umfassen:
Aufbau von Schutzräumen
Familienzusammenführung getrennter Kinder
Temporäre Unterbringung und Schutzangebote
Verteilung von Notfall-Kits (Lebensmittel, Hygieneartikel, Wasser)
Medizinische Hilfsgüter und Versorgung
Wiederherstellung der Wasser- und Sanitärsysteme
Einrichtung temporärer Lernorte
Verteilung von Lernmaterialien
Psychosoziale Gruppenangebote
Verteilung von Starthilfe-Paketen mit Werkzeug und Material für kleine Geschäftstätigkeiten
Trainings zu Existenzsicherung und Katastrophenvorsorge
Startkapital für Kleinunternehmende
Rechtliche Beratung
Koordination und Monitoring des Projektfortschritts
